Das Skydeck als Innovationsschmiede
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Kreativität lernen

Das Skydeck als Innovationsschmiede

11/2015 - Ganz oben im Silberturm schlägt das kreative Herz der DB Systel. Im Skydeck wird Innovation gelebt und Startup-Kultur gelernt.

Echte Innovation zu erreichen ist oft leichter gesagt als getan. Kreativität auf Knopfdruck ist eine seltene Gabe – Geistesblitze kommen selten dann, wenn man sie braucht. Die geordnete Routine im Büroalltag ist zudem meist nicht gerade der perfekte Nährboden für clevere Einfälle. Trotzdem muss man die Suche nach dem Heureka-Moment nicht auf das Warten in der Badewanne beschränken. Denn zum Glück gibt es längst Möglichkeiten, innovative Prozesse zu fördern. Im Silberturm gibt es dafür das Skydeck und seine Crew.

Kurz unter dem Dach eines der höchsten Wolkenkratzers Deutschlands regiert zwar nicht das kreative Chaos. Dass es sich beim Skydeck dennoch nicht um ein gewöhnliches Büro handelt, fällt sofort ins Auge. Und das liegt nicht am spektakulären Blick über den Frankfurter Bahnhof. Die DB Systel hat hier mit dem Skydeck im Rahmen ihrer strategischen Initiative „Innovationsrevolution“ einen Freiraum für kreatives Denken geschaffen. Einfach Ausprobieren statt Alltagsdruck.

Neue Technologie trifft auf Innovationskultur

Zwischen allerlei Zukunftstechnologie, unkonventionellen Sitzecken und gewöhnlichen Arbeitsplätzen tüftelt man im Skydeck deshalb ständig an neuen Ideen: Wie lassen sich neue Technologien ganz konkret für den Arbeitsalltag nutzen und Alltagsprobleme kreativ lösen? Vom Einsatz von Virtual-Reality-Brillen oder Datenbrillen wie Google Glass bei der Fahrkartenkontrolle bis zum 3-D-Druck von Ersatzteilen direkt in der Werkstatt – hier wird hochtrabende Zukunftsträumerei greifbar und für den Arbeitseinsatz erprobt.

Stefan Hook, Sprecher des Skydecks, gibt einen Einblick in die Innovationsschmiede der DB Systel.
Stefan Hook, Sprecher des Skydecks, gibt einen Einblick in die Innovationsschmiede der DB Systel.
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So experimentiert das Skydeck derzeit mit etwa einem Dutzend Ideen aus unterschiedlichsten Bereichen, darunter die Indoor-Navigation, die das Zurechtfinden in größeren Gebäuden erleichtert. Auch mögliche Einsätze für Drohnen-Flüge werden durchleuchtet sowie die digitale Unterstützung bei der Erkennung von Objekten. Neben dem Einsatz neuer Technologien geht es aber auch um die Entwicklung einer neuen Innovationskultur. „Wir sollten nicht ständig an Grenzen denken und uns von der Gewaltigkeit unserer Pläne erschlagen lassen“, sagt Stefan Hook, Sprecher des Skydecks. „Stattdessen sollte man ohne große Vorgaben mit dem grundsätzlichen Problem anfangen und ganz konkrete Lösungen entwickeln.“

Innovationsrevolution

Die so gewonnenen Erkenntnisse bleiben aber nicht nur dem Ideengeber und dem Skydeck vorbehalten. Wer im Konzern bei der Lösung eines Problems nicht weiterkommt, erhält im Skydeck tatkräftige Unterstützung. Und damit ist jeder Bahnkollege, jede Bahnkollegin gemeint. Das Skydeck steht jedem offen, der sich beraten und coachen lassen möchte, um die Entwicklung seiner Idee voranzutreiben. Er erfährt dort zum Beispiel, welche Kreativtechniken und Methoden – von Business Model Canvas bis Design Thinking – angewandt werden können. Zudem ist das Skydeck bestens vernetzt in regionalen und überregionalen Netzwerken sowie Veranstaltungszirkeln und kann Kontakte zu geeigneten Partnern, Kunden, Herstellern oder Experten vermitteln. Ziel der Skydeck-Crew ist es, den Ideengeber in die Lage zu versetzen, einen Prototyp zu realisieren oder ein Geschäftsmodell zu entwickeln.

Mit der Initiative will die DB Systel nicht nur ihren Status als digitaler Innovator festigen, sondern ihn auch stärker nach außen tragen. Das Skydeck dient als zentraler Ort für diese Innovationsbestrebungen und bringt so ein bisschen Start-up-Gefühl in den Konzern.

(Und eine Anmerkung der Redaktion: In den weiteren Ausgaben von digital spirit stellen wir sowohl Methoden und Techniken als auch einzelne Ideen und Lösungen aus dem Skydeck detailliert vor.)