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Intrapreneur Starter Box

Diese Schachtel bringt Ideen voran

03/2017 - Ideen gibt es viele – aber wie setzt man diese um? Mit der Intrapreneur Starter Box bekommen Mitarbeiter die dafür notwendigen Werkzeuge.

Manchmal fangen große Projekte mit einer ganz kleinen Idee an. Doch wie erkennt man, ob aus einem Gedanken etwas Großes werden kann? Und mit welchen Methoden lässt sich eine Idee daraufhin abklopfen, ob daraus ein Geschäftsmodell entstehen kann? Mit dem Hackathon und Kreativworkshops wie „Design Thinking“ gibt es schon entsprechende Programme. Mit der Intrapreneur Starter Box verfolgen DB Systel und DB Training einen anderen Ansatz: Gemeinsam haben sie damit den Werkzeugkasten für Ideen entwickelt.

Es geht nicht darum, dass sich Mitarbeiter mit ihren eigenen Projekten selbstständig machen sollen. Ihnen soll mit der Starter Box vielmehr ermöglicht werden, so zu denken, als würden sie ein eigenes Unternehmen gründen – daher auch die Bezeichnung Intrapreneur. Der Begriff setzt sich aus den beiden englischen Wörtern „Intracorporate“ und „Entrepreneurship“ zusammen und meint das unternehmerische Verhalten von Mitarbeitern in Firmen. Sie sollen so agieren, als wären sie selbst Unternehmer (Entrepreneur). Und das aus gutem Grund: Durch mehr Verantwortungsbewusstsein und eigenverantwortliches Handeln, Mitdenken und die aktive Gestaltung jedes Einzelnen wird gleichzeitig die Flexibilität des ganzen Unternehmens erhöht.

Flexibilität in Zeiten der Digitalisierung

Das ist vor allem in Zeiten der Digitalisierung wichtig. Diese bringt große Herausforderungen für Unternehmen und Mitarbeiter mit sich. Es werden immer schneller Ideen und Geschäftsmodelle benötigt, um Kunden und Stakeholder davon zu überzeugen, dass die Firma diesen Weg mitgehen kann. Abläufe innerhalb des Unternehmens müssen den neuen Anforderungen angepasst werden. „Ein Großteil der Ideen, die heute generiert werden, sind vor allem digital“, sagt Peggy Karstedt von DB Systel. Sie hat die Box gemeinsam mit Heidi Wegner von DB Training entwickelt und sagt: „Uns hat die Frage angetrieben, wie wir Mitarbeiter befähigen, eigene Ideen umzusetzen.“

„Mitarbeiter haben viele Ideen“, ergänzt Heidi Wegner von DB Training. „Aber manchmal sind sie unsicher, wie diese Ideen vorangebracht werden können.“ Wer hilft? Wo findet man das richtige Netzwerk? Auf genau solche Fragen findet die Box eine Antwort, um diese Kollegen abzuholen. Aber selbst wenn es an der eigenen Idee mangelt, hilft die Box interessierten Mitarbeitern dabei, Ideen zu entwickeln und voranzutreiben. Die Intrapreneur Starter Box ist ein Innovationsprogramm im Baukastensystem. Mit dieser Box erhalten Mitarbeiter alle Werkzeuge, die sie auf ihrer persönlichen Reise zum Entstehen der eigenen Innovation benötigen. Sie werden Schritt für Schritt angeleitet, sich etwas Besonderes auszudenken und solange damit zu experimentieren, bis der Kundennutzen hervorgehoben und validiert ist. Die Pappschachtel umfasst daher alles, was der Intrapreneur braucht – angefangen bei Haftnotizen, Stiften und DIN-A0-Vorlagen für die Methoden Business Model Canvas, Value Proposition Canvas, Skydeck Innovation Canvas und Experiment-Loop-Map, mit denen gezielt am eigenen Projekt gearbeitet wird. Auf der Innenseite des Deckels befinden sich die Daten von vier Mitarbeitern, die als Mentoren fungieren. Aber vor allem sind in der Box spezielle Übungen enthalten, die Schritt für Schritt dabei helfen, die Ideen zu verfeinern. Aufgebaut ist die Starter Box nach einem Sechs-Stufen-Konzept.

© DB Systel GmbH

Die sechs Stufen zum Intrapreneur

1. Der Anfang
Hier geht es um die Frage, was einen Intrapreneur antreibt. Vor allem lernen die Teilnehmer ein paar typische Eigenschaften von Gründern kennen – und wie man diese entdeckt und entwickelt.

2. Ideen finden
Manchmal existiert schon eine grobe Idee, oftmals muss man wiederum erst nach einer passenden Idee Ausschau halten. Wie das funktioniert, erfahren Teilnehmer des Kurses in dieser Phase.

3. Konkretisieren
Natürlich reicht es nicht, einfach nur eine Idee zu skizzieren. In dieser Phase beschäftigen sich die Teilnehmer intensiver mit ihrer Idee und entwickeln Geschäftsmodelle.

4. Prüfen
In dieser Phase zeigt sich, ob und wie die Geschäftsidee umgesetzt werden kann, damit sie sich in definierten Testumgebungen ausprobieren lässt.

5. Iterieren
Teilnehmer bekommen hier die Hilfestellung, ihre Idee so aufzubereiten, dass auch andere den Sinn dahinter verstehen können.

6. Infiltrieren
Welche weiteren Schritte Intrapreneure gehen müssen, um ihre Geschäftsidee bei den richtigen Entscheidern erfolgreich voranzutreiben, erfahren sie in der letzten Phase.

Diese sechs Stufen helfen dem Intrapreneur dabei, Ideen weiterzuentwickeln. Wie auf einem Laufzettel gibt es für jede Stufe kleine Kästchen, die man abhaken muss, um die nächste Stufe zu erreichen. Eine Aufgabe könnte sein, einen Termin mit dem Chef zu machen und sich über die nächsten Ziele zu unterhalten. Oder einfach mal einen Kaffee mit einem Kollegen zu trinken, den man nicht so gut kennt, um mit ihm über die Idee zu sprechen. Neben fachlichen und methodischen Anleitungen werden so auch soziale Fähigkeiten vermittelt.

@ DB Systel GmbH

Der Intrapreneur wird mit diesem System sukzessive bei seiner Idee begleitet.

Peggy Karstedt (DB Systel GmbH)

Und am Ende ist unsere Box genau nach diesem Sechs-Stufen-Konzept iterativ entstanden. „Orientiert haben wir uns an der Kick-Box von Adobe, deren Konzept uns inspiriert hat“, erklärt Peggy Karstedt den Ablauf der Entwicklung. In einem internen Workshop wurde das Konzept für DB Systel adaptiert. Das Material haben Peggy Karstedt und Heidi Wegner in umliegenden Geschäften eingekauft. „Etwa 75 Euro kostete uns Material und Herstellung der prototypischen Box“, verrät Peggy Karstedt. „Aber auch nur deshalb, weil wir alles in Handarbeit selbst geklebt, beschriftet und zusammengebaut haben.“

Die Box zieht Kreise

Mitarbeiter, die eine Intrapreneur Starter Box haben möchten, müssen dafür zuerst an einem Workshop teilnehmen, bei dem ihnen das Stufenkonzept anhand von Beispielaufgaben erklärt wird. Bisher gab es insgesamt vier dieser Workshops an den Standorten Erfurt und Frankfurt am Main. Am Ende wurden etwa 50 Boxen an Mitarbeiter verteilt. Ein Teilnehmer hat es mit seiner Idee bis zur letzten Stufe und somit ins Acceleration-Programm des DB Systel Skydecks geschafft. Er verfolgt die Idee, mit Mikrojobs die Wirtschaftlichkeit im DB-Konzern zu erhöhen.

© Deutsche Bahn AG

Gemeinsam sind wir eben stärker als allein.

Heidi Wegner (DB Training)

Für Peggy Karstedt ein gutes Ergebnis: „Den Erfolg der Intrapreneur Starter Box würde ich nicht an der Menge festmachen, sondern an der Qualität der Ergebnisse. Im Vergleich: Bei Adobe wurden in drei Jahren 1.000 Boxen ausgegeben, woraus aus 23 Ideen Produkte entstanden sind.“ Kein Wunder, dass dieses Trainingskonzept auch außerhalb von DB Systel auf Interesse stößt. Bei den nächsten beiden Workshop-Terminen in Frankfurt am Main (26. April 2017) und Berlin (13. September 2017) werden erstmals im großen Rahmen Mitarbeiter aus dem gesamten Konzern angesprochen. Der Workshop zur Intrapreneur Starter Box ist buchbar beim zuständigen Personaler vor Ort oder bei DB Training (wenn Sie von Ihrem Endgerät aus über Intranetzugang verfügen, so gelangen Sie hier direkt zum Buchungsportal).

Die Entwicklung der Starter Box selbst ist die beste Werbung für die Herangehensweise, denn sie ist ein Beleg dafür, wie aus einer Idee ein erfolgreiches Konzept entstehen kann. Und es zeigen sich damit auch die Vorteile der Zusammenarbeit von DB Training und DB Systel. „Es ist ein gutes Beispiel für erfolgreiches Innovationsmanagement. In dem Bereich arbeiten wir eng zusammen und haben auch schon verschiedene Initiativen entwickelt. Gemeinsam sind wir eben stärker als allein“, sagt Heidi Wegner und ergänzt: „Das wird nicht unser letztes gemeinsames Projekt sein!“