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Trendradar 2017

Eine Steilvorlage für Zukunftsentscheidungen

09/2017 – Von künstlicher Intelligenz über Robotik bis zu Quanten-Computing: Welche technologischen Trends bestimmen künftig das Geschäft der Bahn? Mit dem Trendradar kommt DB Systel der digitalen Zukunft auf die Spur.

Es lässt sich nicht wirklich seriös voraussagen, wie die digitale Zukunft aussehen wird. Allerdings gibt es technologische Trends, die den Weg dorthin aufzeigen. Sie beschreiben Entwicklungen und deren Einfluss auf die Art, wie wir in Zukunft leben und arbeiten werden. Digitalisierung ist nicht nur ein Schlagwort, sie hat Einfluss auf den gesamten DB-Konzern und alle seine Bereiche: Züge, Strecken, Bahnhöfe und Werke sowie jeder einzelne Mitarbeiter. Für eine zukunftsweisende Entwicklung des Konzerns ist es daher wichtig, diese digitalen Trends schon frühzeitig zu erkennen und zu bewerten.

DB Systel treibt innerhalb des Konzerns die Digitalisierung voran und hat in dieser Rolle den Trendradar entwickelt, eine Art Blitzlicht der technologischen Entwicklung. Mit dem Trendradar werden Auswirkungen und zeitliche Einordnung von Digitalisierungstrends bewertet und als Service im gesamten Konzern verfügbar gemacht. Das Ergebnis geht dabei deutlich über Standardanalysen wie die von Gartner oder Forrester hinaus, da technologische Entwicklungen spezifisch in die Anwendungsfelder der DB Systel und des DB-Konzerns eingeordnet werden. „Wir arbeiten dafür mit den Zukunftsforschern, Strategen und den technischen Bereichen des Konzerns zusammen“, erklärt Dr. Jörg Blechschmidt, Trendexperte von DB Systel. „Damit leisten wir einen konkreten Beitrag zum Strategieprozess des Konzerns.“

Fokus auf relevante Themen

Ob künstliche Intelligenz, Robotik oder Quanten-Computing: Der Trendradar greift relevante Themen auf, interpretiert sie im Hinblick auf die spezifischen Bedürfnisse der Deutschen Bahn und zeigt frühzeitig Chancen und Risiken auf, die sich aus neuen Technologien ergeben. Nicht nur der aktuelle Nutzen von Trends wird untersucht, auch das Bedrohungspotenzial eines Trends wird umfangreich analysiert. Hier steht die Frage im Vordergrund, ob durch Disruptionen signifikante Umsätze oder ein ganzer Markt wegbrechen könnten.

Für die leicht verständliche Einordnung werden die analysierten Trends in einer Matrix dargestellt: Je höher ein Trend verortet ist, desto mehr Auswirkungen hat er auf den wirtschaftlichen Erfolg. Je weiter der Trend rechts steht, desto höher ist der Reifegrad verfügbarer Technologien und Produkte. Beispielsweise steht Big Data Analytics rechts oben: In nahezu allen Geschäftsfeldern kann Big Data heute schon zum Sammeln, Verknüpfen und Auswerten von großen Datenmengen eingesetzt werden, und mit Zero.One.Data wurde sogar ein eigenes internes Start-up gegründet. Durch datengetriebene Unternehmen wie Google oder Uber verfügt die Technologie zudem über großes Disruptionspotenzial.

Der interaktive Trendradar bewertet ITK-Trends nach Reifegrad und geschäftlichen Auswirkungen für die Deutsche Bahn

© DB Systel GmbH

Quanten-Computing ist dagegen links unten verortet: Es wird erwartet, dass Quantencomputer die Leistungsfähigkeit klassischer Computer in bestimmten Anwendungen deutlich übertreffen werden. Aus diesem Grund investieren einige große Technologiekonzerne wie IBM, Alphabet oder Microsoft in die Entwicklung von Quantenchips. Diese Technologie befindet sich allerdings noch in der Experimentierphase, derzeit gibt es noch keine für den Konzern nutzbaren Produkte.

Zwischen diesen Extremen befinden sich Trends wie beispielsweise künstliche Intelligenz: KI besitzt als ein wesentlicher Treiber des Autonomen Fahrens ein hohes Disruptionspotenzial und ermöglicht zudem Qualitäts- und Effizienzsteigerungen bei komplexen Entscheidungs- und Analyseprozessen etwa in der Disposition von Personal und Material bis hin zum kompletten Ersatz einzelner Tätigkeiten. Hier gibt es bereits einige praktikable Ansätze, die auch im Konzern schon eingesetzt werden. Aber vieles, was man sich langfristig von KI verspricht, ist zurzeit noch nicht realisierbar.

Weiterentwicklung von Systematik und Inhalt

Vor dem Trendradar fehlte eine einheitliche Grundlage, die als Fundament für Diskussionen dienen konnte. Es wurde viel emotional und subjektiv über Trends diskutiert. Ende 2016 entstand als Vorbereitung eines Workshops die erste Ausgabe des Trendradars, welcher innerhalb von DB Systel veröffentlicht wurde. „Es war eine Art Türöffner für Gespräche. Aus verschiedenen Unternehmensbereichen kamen Fragen und Vorschläge, es gab Wünsche und Anregungen“, sagt Product Owner Christian Kolarsch. So reifte der Entschluss, mit der Aktualisierung des Trendradars nicht nur die Bewertung auf eine transparente, nachvollziehbare Logik aufzubauen, sondern auch einige Trends grundlegend weiterzuentwickeln.

Christian Kolarsch, DB Systel
© DB Systel GmbH

Beispielsweise wurde im ersten Trendreport auch das Thema Open API – die Nutzung offener Programmierschnittstellen – behandelt. In der Neubewertung von Open API für die jüngste Ausgabe stellten die Experten fest, dass dies nicht ausreicht, denn dann müsste eigentlich auch Open Data hinzugefügt werden. Wie ist es denn mit Open Hardware? „Wir stellten uns die Frage: Was ist eigentlich der Hebel zu diesen ganzen Themen?“, sagt Jörg Blechschmidt. Für ihn ist dieser Hebel eben nicht die technische Schnittstelle, sondern dass man mit einem offenen Ansatz eine Community befähigt, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten und so einen Mehrwert zu schaffen. Mit „Community Sourcing“ wurde der Trend daher breiter gefasst. Die Trendanalyse verdeutlicht somit den hohen Mehrwert einer externen Community zur Unterstützung der eigenen Ziele.

Gemeinsam stark

Wenn man sich die Trends anschaut, wird deutlich: Die DB Systel kann zwar zukünftige Möglichkeiten durch Trends aufzeigen. Chancen, die Trends wie Community Sourcing oder Big Data Analytics bieten, können aber nur konzernübergreifend ihr volles Potenzial entfalten. „Wir liefern die Steilvorlage für die Themen, die man gemeinsam angehen könnte“, sagt Christian Kolarsch. „Schließlich wollen wir hier nicht nur in die Diskussion kommen. Wenn wir dadurch Projekte initiieren, die einen Mehrwert schaffen, haben wir unser Ziel erreicht.“

Fehlen Ihnen wichtige Trends? Denken Sie bei einem Trend: Das Thema „KI“ ist doch schon längst durch? Würden Sie gern Einsatzszenarien für neue Trends wie Community Sourcing mit uns diskutieren? Dann freuen wir uns über eine persönliche Kontaktaufnahme oder schauen Sie als DB-Mitarbeiter einfach in unserer DB Planet Gruppe „DB Zukunftsradar“ vorbei. Dort finden Sie auch den aktuellen Trendreport.