Fernüberwachte Aufzüge und Fahrtreppen sorgen für einen besseren Bahnhofsservice
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Smarte Aufzüge und Rolltreppen

Immer in Bewegung bleiben

09/2016 - Noch in diesem Jahr werden alle Aufzüge und Fahrtreppen in Bahnhöfen mit einem technischen Baustein zur Fernüberwachung versehen sein, um so die Verfügbarkeit für die Reisenden zu steigern. Ein wichtiger Beitrag für die DB-Strategie „Zukunft Bahn“.

Die Initiative „Zukunft Bahn“ trägt dazu bei, dass Reisende der Deutschen Bahn noch mehr Service und Qualität erwarten dürfen. Und das fängt schon lange vor dem Einstieg in den Zug an – und hört nicht etwa beim Ausstieg auf. Auch die Infrastruktur der Bahnhöfe wird stetig verbessert und entsprechend aktueller technischer Möglichkeiten fit für die Zukunft gemacht. Mit DB Services und DB Systel als starke Partner von DB Station&Service ist schon bald ein weiterer Meilenstein in der Modernisierung erreicht: Bis Ende 2016 werden alle rund 2.000 Aufzüge und etwa 1.000 Fahrtreppen aus der Ferne überwacht und die Kunden live über den Zustand dieser Anlagen informiert.

Bisher wurden Anlagen von Mitarbeitern vor Ort im Bahnhof in Augenschein genommen. Mögliche Störungen wurden so manchmal erst bei Routine-Checks entdeckt oder wenn ein Fahrgast darauf hinwies. Das entspricht nicht dem Qualitätsanspruch der Bahn, der eine schnelle Diagnose von Störungen sowie umgehende Reaktionen darauf erfordert.

Maschinen sprechen mit Maschinen

Im Rahmen des Programms ADAM (Ausbau Digitalisierung im Anlagenmanagement) von DB Station&Service wurde ein Kommunikationsbaustein entwickelt und an mehr als 1.000 Bahnhöfen deutschlandweit installiert. DB Systel, Experte für die Maschine-zu-Maschine-Technologie (M2M), hat diesen Baustein und das zugehörige zentrale System seit 2015 in einem agilen Projekt gemeinsam mit DB Station&Service realisiert. Dadurch können zwei voneinander unabhängige Systeme miteinander kommunizieren – die autarke Fahrstuhltechnik übermittelt einem zentralen System automatisch den Funktionsstatus. Doch damit ist es nicht getan: Der Empfänger muss mit den Daten etwas anfangen können – und ADAM versteht die Sprache der unterschiedlichen Systeme.

Video: Digitalisierung von Aufzügen und Fahrtreppen
© Deutsche Bahn AG

Kommt es zu einem Störfall, überträgt ein eingebautes Modem die erfassten Daten per Mobilfunk an einen zentralen Server. DB Services hat es hier geschafft, allen rund 3.000 Anlagen von mehr als 60 Herstellern aus zum Teil älteren Baureihen einheitlich die Informationen zum Betriebszustand zu entlocken und die benötigten Informationen für das ADAM-System bereitzustellen. Zusätzlich werden an einigen hundert neuen Anlagen genaue Störcodes erfasst und statistische Informationen gesammelt.

Über die ADAM-Zentrale können Analysen und Statistiken zum Zustand der Anlagen durchgeführt werden – alles in Echtzeit und jederzeit abrufbar. Auch ein Blick in die Vergangenheit ist möglich: Alle erfassten Informationen und Daten können gespeichert und dem jeweils zuständigen Anlagenmanagement zur Auswertung übergeben werden.

Mehr Nutzen für Reisende

Die gesammelten Daten werden auch für die aktive Information der Reisenden genutzt. Eine Open-Data-Schnittstelle von ADAM macht es möglich, den Zustand der Anlagen auch live in Apps zu integrieren. Direkt auf dem Smartphone ist so sichtbar, ob bei einem Fahrstuhl oder einer Rolltreppe eine Störung vorliegt. Gerade Fahrgäste mit viel Gepäck oder eingeschränkter Mobilität können dann alternative Routen oder den Mobilitätsservice der Deutschen Bahn nutzen. Der Prototyp der Aufzugswächter-App ist ein frühes Beispiel einer solchen Lösung.

Ende dieses Jahres ist es so weit, dann sind alle Aufzüge und Rolltreppen von DB Station&Service mit ADAM ausgestattet. Doch das System zeigt schon jetzt eindrucksvoll auf, dass auch weitere technische Gebäudeteile in die Fernüberwachung eingebunden werden können. Ein klarer Beleg dafür, dass der Konzern auch künftig in Bewegung bleibt.