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DB Enterprise Cloud

Maßgeschneiderte Cloud-Lösungen im Konzern

06/2016 - Die ersten Schritte bei der Einführung von Cloud-Lösungen bei der DB sind gemacht. Davon profitieren nicht nur die IT-Budgets, die Cloud birgt immenses Potenzial für die meisten Unternehmen des Konzerns. Daten, Dokumente, Programme, sogar ganze Server stehen nun virtuell bereit – je nach Bedarf.

Digitalisierung und Kostensenkung ist in aller Munde. Gerade hierzu müssen IT-Services in Form von Speicher, Rechenkapazität oder Datenbanken schnell und unkompliziert verfügbar, der Datenschutz gewährleistet, die Nutzung zeitlich flexibel und die Abrechnung nutzungsgerecht und transparent sein. Im Zweifel möchte der Anwender seine Software – ob Eigenentwicklung oder Marktprodukt – dezentral, selbstbestimmt und unbürokratisch verwalten können.

Zu diesen Zwecken hat DB Systel ab 2014 gemeinsam mit Amazon Web Services (AWS) die DB Enterprise Cloud aufgebaut, die diese Ziele unterstützt. Hiermit können IT-Anwendungen in die Cloud migriert werden – entweder in der Variante Managed Services (die Verantwortung wird überwiegend dem Dienstleister übertragen) oder als Unmanaged Services (der Kunde behält viel Eigenverantwortung für den Betrieb).

Die Daten sind geschützt

Eine wesentliche Aufgabe der DB Systel bei der Gestaltung dieses Angebots war die Umsetzung des wichtigen Themas Datenschutz. Hier galt es, einen vorbildlichen, aber dennoch pragmatischen Datenschutz zu installieren. Zwar hat man mit Amazon Web Services (AWS) einen US-amerikanischen Partner gewonnen, die relevanten Server stehen aber in Frankfurt.

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Das Vertragswerk mit AWS berücksichtigt außerdem alle deutschen gesetzlichen Anforderungen und konzerninternen Regelungen, sodass auch Anwendungen mit hohem Schutzbedarf in der DB Enterprise Cloud realisiert werden können. Frühe Cloud-Nutzer wie die DB Regio Bus haben dadurch so viel Vertrauen in die Bahn-Cloud, dass sie sich durch sie nun sogar sicherer fühlen als zuvor.

Extern bestätigte Expertise

Dass die DB überhaupt schon so tief in die Cloud vorgedrungen ist, verdankt sie in erster Linie den professionellen Strukturen der DB Systel, weiß AWS-Account-Manager Stefan Herbert: „Für ein großes Unternehmen hat die Bahn die Cloud erst recht spät entdeckt. Dafür hat sie in kürzester Zeit große Schritte gemacht und steht nun besser da als manches Dax-Unternehmen.“ Den Grund dafür fand Herbert in der vorhandenen Organisationsstruktur. „Andere Konzerne haben häufig ein unvollständig ausgeprägtes IT-Management. Die professionell aufgebaute Struktur und die Expertise der DB Systel haben der Bahn einen großen Vorteil beim Aufbau eines Cloud Competence Center verschafft.“

Die Vorteile der Cloud effizient nutzen

Erik Gailing, Leiter Pre-Sales & Consulting bei der DB Systel, betont, dass Cloud-Lösungen viele verschiedene Vorteile haben. Bewegen sich die IT-Systeme eines Unternehmens beispielsweise durchgehend auf einem geringen Auslastungsniveau, verzeichnen aber ab und zu starke Peaks, so kann die Flexibilität der Cloud effizient genutzt und Kosten eingespart werden. Aber auch die Standardisierungs- und Skalierungseffekte der hochautomatisierten Cloud-Lösungen können zu einer Kostensenkung beitragen. Darüber hinaus erlauben die flexiblen Cloud-Lösungen eine wesentlich schnellere und agilere Bereitstellung von neuen Komponenten oder Services vom Markt, sodass Kunden ihre Geschäftsprozesse und -modelle optimieren können.

Wie diese Vorteile bei konkreten Anwendungen oder Systemen im Einzelfall aussehen können, zeigt dann das sogenannte On-Boarding. Neben den Beratungsleistungen bietet die DB Systel hiermit einen detaillierten Einführungsprozess, um die passende Lösung zu finden und solche Potenziale zu erkennen, denen sich viele Kunden bis dahin gar nicht bewusst waren. Möchte der Kunden weniger IT-Expertise in den eigenen Reihen haben und die Verantwortung für Sicherheit und Verfügbarkeit an seinen Dienstleister übertragen, so bietet für ihn eine Managed-Cloud-Lösung die meisten Vorteile. Alternativ bieten sich Unmanaged-Cloud-Lösungen für Kunden an, die selbst weiter direkt „Hand anlegen“ wollen an ihre IT-Systeme.

Allerdings will Gailing auch keine falschen Erwartungen erzeugen: „Die Cloud ist kein Allheilmittel für Kostensenkungsprogramme. Vielmehr muss sie als Infrastruktur der Zukunft betrachtet werden, die eben viel mehr kann, als Kosten einzusparen. Generell gilt daher: Ein genauer Blick auf die verschiedenen Anwendungen, Modelle und Cloud-Optionen ist unerlässlich, bevor eine Umstellung erfolgen kann.

Die Wetteraussichten

Erik Gailing weiß, dass sich die DB Systel nicht auf den bisherigen Erfolgen ausruhen kann, in Gedanken ist er schon einen Schritt weiter. „Bisher haben wir mit AWS einen verlässlichen Partner an unserer Seite. Denkbar ist, dass wir in Zukunft weitere Partner an Bord holen, die dann eine Art Cloud-Brokerage ermöglichen, um so die günstigsten und effektivsten Lösungen bereitzustellen.“ So würde die DB Systel zum Cloud-Broker. Ähnlich wie der Verwalter eines Investmentfonds könnte die Systel dann künftig zwischen den Anbietern wechseln, Schwankungen ausloten und den Kunden so noch attraktivere Modelle bieten. Dann kann es auch möglich sein, eigene Server der DB Systel für die Cloud zu nutzen. Immerhin verteilt diese auf drei Rechenzentren neun Petabyte Platten- und Back-up-Speicher – das sind neun Millionen Gigabyte – oder anders: viel Platz für eine mögliche eigene Cloud-Umgebung.

Durchblick im Wolkenwirrwarr

Wer künftig von der Cloud profitieren möchte, kommt nicht darum herum, sich mit den grundlegenden Begriffen zu beschäftigen. Hier sind die wichtigsten Cloud-Varianten für Sie zusammengefasst:

Public Cloud

Angebot eines frei zugänglichen Providers mit einem offenen Zugang für jeden über das Internet. Der Provider speichert Daten in seiner IT-Infrastruktur und stellt über diese auch die Dienste zur Verfügung.

Private Cloud

Für Unternehmen sind Datenschutz und IT-Sicherheit besonders wichtig, daher wollen sie ihre IT-Dienste häufig nur den eigenen Mitarbeitern zugänglich machen und ihre Daten im Haus behalten. In einer Private Cloud, die sich auf der eigenen Infrastruktur befindet, können die Nutzer dennoch die Cloud-typischen Vorteile wie Skalierbarkeit der Programme nutzen.

Hybrid Cloud

Eine Mischform, bei der unkritische Daten in der Public Cloud zur Verfügung stehen, sensible Daten aber in der Private Cloud, also im Unternehmen verbleiben. Eine saubere Trennung dieser Daten ist dabei eine unbedingte Voraussetzung.

DB Enterprise Cloud

Die DB Systel nutzt eine Sonderform. Auf der offenen Infrastruktur des Dienstleisters AWS wird eine durch Zugriffsbeschränkungen gesondert geschützte Virtual Private Cloud genutzt. Damit hat die DB Enterprise Cloud der DB Systel die gleichen Eigenschaften wie eine Private Cloud, wird aber auf der Infrastruktur von AWS bereitgestellt.

Wenn Sie von Ihrem Endgerät aus über Intranetzugang verfügen, so gelangen Sie hier direkt zur Website für die Cloud-Computing-Lösung des DB-Konzerns mit weiteren Details.

Website zur DB Enterprise Cloud

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Das Angebot der DB Enterprise Cloud gilt für alle potenziellen Kunden der DB Systel. Individuell ist allerdings die Entscheidung der Fertigungstiefe. Wie weit soll die DB Systel Infrastruktur, Programme und Know-how zur Verfügung stellen? Die DB Enterprise Cloud bietet Managed und Unmanaged Services an. Dazu gehören aktuell „Infrastructure as a Service“ (IaaS) und „Platform as a Service“ (PaaS). Software as a Service (SaaS) ist zurzeit in Vorbereitung. Experten ziehen bei der Erklärung der Services gern die Pizzabäcker-Metapher heran (siehe Bild). Die verschiedenen Modelle und Möglichkeiten werden im On-Boarding-Prozess individuell mit dem Kunden abgestimmt.

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