Mit DB OneStopShop dort einkaufen, wo man gerade ist
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DB OneStopShop

Mobiles Einkaufen leicht gemacht

09/2016 - Manchmal ist es doch einfach wie verhext: Da sitzt man im Zug – und plötzlich fällt einem ein, dass man etwas zu Hause vergessen hat oder noch dringend braucht. Kein Problem: Mit DB OneStopShop gibt es Ersatz für die wichtigsten Produkte – direkt und ohne Umwege.

Gerade Pendler, die jeden Tag mit der Bahn fahren, kennen die Situation: Häufig vergisst man etwas zu Hause und muss deshalb am Zielort noch schnell in ein Geschäft. Meistens handelt es sich um ganz banale Dinge des täglichen Gebrauchs. Ein Geschenk für den Kollegen vielleicht oder den Kaffee für die Büromaschine. Nichts Dramatisches, aber dennoch so wichtig, dass man nicht darauf verzichten mag.

Darum ist auch jeder, der von der Idee des DB OneStopShop hört, sofort begeistert. Kein Wunder, schließlich ist es damit möglich, sich wichtige Einkäufe dorthin liefern zu lassen, wohin man gerade reist. Aus dieser Idee hat ein Team der DB Systel, das neue Geschäftsmodelle und Services entwickelt, ein innovatives Einkaufserlebnis kreiert. Es dient als greifbares Beispiel für den „Bahnhof 4.0“, also das neue digitalisierte Verkehrs- und Wirtschaftszentrum der Städte. Dort will die Deutsche Bahn als zentraler Broker im Bereich Mobilität und Konsum wahrgenommen werden. Und mit DB OneStopShop wird dafür schon einmal ein Testballon gestartet.

Lieferadresse Schließfach

Das Prinzip ist äußerst einfach: Wie bei fast allen Onlineshops lassen sich auch beim DB OneStopShop von unterwegs aus verschiedene Artikel auswählen und in den Warenkorb legen. Doch statt diese nach Hause schicken zu lassen, wählt man als Lieferadresse einfach ein Schließfach in einem Bahnhof aus.

In der Regel werden die Artikel innerhalb kurzer Zeit ausgeliefert, wodurch fast jede Verbindung zum echten Shoppingvergnügen werden kann. Am endgültigen Warenangebot wird noch gefeilt. Es soll erst einmal getestet werden, wie dieser Service von den Kunden angenommen wird – und welche Artikel nachgefragt werden. Einer Erweiterung des Sortiments steht dann nichts im Wege. So wäre es sogar möglich, Schließfächer mit einer Kühlvorrichtung auszustatten.

Zum Start sind es wohl erst einmal vor allem Produkte des täglichen Bedarfs, die Kunden bestellen können, aber auch diverse Geschenkartikel sind während der Testphase im Gespräch. Doch egal, um welche Bestellung es sich handelt: Kunden werden jederzeit über den Stand der Lieferung informiert. Mehr noch: Am Bahnhof angekommen, können sie sich sogar über ihr Smartphone bis zum entsprechenden Schließfach navigieren lassen. Mit einem personalisierten QR-Code wird die Tür per Smartphone geöffnet. Der Clou: Die Artikel sollen trotz geringer Lieferpauschale nicht wesentlich teurer sein als beim Kauf im Supermarkt.

Video: eCommerce meets mobility@DeutscheBahn – der DB OneStopShop steht für das neue Erlebnis „Einkaufen im Zug, Abholen am Bahnhof“.
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Die weiteren Vorteile des DB OneStopShops sind vielfältig: Kunden können ihre benötigten Artikel online einkaufen, wann und wo sie es wollen – ganz ohne lange Schlangen an der Kasse. Auch das Warten auf einen Paketzusteller entfällt. Die Schließfächer sind jederzeit erreichbar, man muss die Bestellungen weder in einer Postfiliale noch beim Nachbarn abholen. Aber es gibt auch einen ganz pragmatischen Grund, auf diesem Weg einzukaufen: Man reist mit leichterem Gepäck.

Starke Partner für eine große Auswahl

Bei DB Systel wurden zunächst mit einem Labor-Prototyp alle Funktionen erstellt und ausgiebig überprüft. Nun wird unter Live-Bedingungen an Bahnhöfen getestet. DB Systel tritt bei diesem Pilotprojekt natürlich nicht selbst als Händler in Erscheinung, sondern stellt lediglich die Infrastruktur zur Verfügung. Momentan finden gerade die Gespräche mit verschiedenen Kandidaten statt. Sicher ist, dass nur ein erfahrener Handelspartner in Frage kommt. Ganz verschiedene Partnerschaften sind durchaus denkbar – sogar mit Händlern, die bereits in Bahnhöfen tätig sind. Denn DB OneStopShop soll nicht als Konkurrenz wahrgenommen werden, sondern als weitere Möglichkeit, Fahrgästen den besten Service zu bieten.

Doch bis es so weit ist, soll in zwei Bahnhöfen getestet werden, wie der Service angenommen wird. Derzeit prüft DB Systel noch, welche Bahnhöfe für das Pilotprojekt ausgewählt werden. Es müssen Stationen mit einem hohen Fahrgastaufkommen sein, um eine gute Prognose darüber zu bekommen, wie gut das System bundesweit funktionieren wird. Man könnte es auch so ausdrücken: Wenn bei den Testbahnhöfen alles reibungslos funktioniert, wird es später in kleineren Bahnhöfen sicher keine Überraschungen geben.

Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Test kann das neue Einkaufserlebnis innerhalb kürzester Zeit auch an weiteren Bahnhöfen eingesetzt werden. Technisch lassen sich schon vorhandene Schließfächer relativ einfach für DB OneStopShop umrüsten und mit dem von DB Systel entwickelten System verbinden.

Die Belastung durch den Beruf nimmt immer mehr zu, auch zeitlich. Die Integration des Einkaufens in den Alltag sorgt für eine ausgeglichenere Work-Life-Balance – und der DB OneStopShop könnte dafür ein wichtiges Mosaikstück sein. Wer also künftig auf dem Nachhauseweg oder kurz vor der Arbeit noch einkaufen will, könnte dies ganz bequem unterwegs direkt von seinem Platz im Zug machen.

Den Rest erledigt vielleicht bald die Bahn.