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Business Hub-Anwendung „Mobilitätsbudget“

Die Lösung aus dem Service-Baukasten

09/2018 – Mit dem Business Hub sollen nicht nur digitale Services und neue Geschäftsmodelle entwickelt werden, auch die Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns wird gestärkt. Die Eigenentwicklung „Mobilitätsbudget“ zeigt, wie dank der neuen Plattform aus guten Ideen und standardisierten Services schnell etwas ganz Neues entsteht.

Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern schon heute mit dem Jobticket die Möglichkeit, vergünstigt den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Mit dem Mobilitätsbudget möchte die Deutsche Bahn die private Mitarbeitermobilität nun aufs nächste Level heben. Die Idee hinter dem innovativen Produkt ist relativ simpel: Mitarbeiter bekommen von ihrem Arbeitgeber ein festgelegtes monatliches Mobilitätsbudget ausbezahlt – und zwar on top zu ihrem Gehalt. Damit finanzieren sie ihren ganz individuellen Mobilitätsmix aus U- und S-Bahn, Mietfahrrad, Bahncard oder – wenn’s mal wieder regnet – einem Carsharing-Auto.

Suche, Buchung und Abrechnung der Wunschverbindung erfolgen über die Mobilitätsbudget-App. Ist der gewünschte Anbieter (zum Beispiel ein Taxiunternehmen) noch nicht direkt über die App buchbar, kann der Nutzer seinen Rechnungsbeleg per App einscannen und mit seinem Mobilitätsbudget verrechnen. Dank der App hat der Mitarbeiter sein aktuelles Budget immer im Blick. Das verbrauchte Mobilitätsbudget wird dem Mitarbeiter am Ende des Monats per Lohnzettel zurückgezahlt. Auch der Arbeitgeber profitiert von diesem Mitarbeiter-Incentive, indem er sich mit einem smarten Produkt im Wettbewerb um die besten Talente als innovatives Unternehmen präsentiert.

Mit dem Mobilitätsbudget sind Arbeitnehmer flexibel unterwegs. Gebucht und abgerechnet wird ganz einfach über die App.

© DB Connect GmbH

Gemeinsam stark

Wie kommt nun beim Mobilitätsbudget, einem gemeinsamen Projekt von DB Connect und DB Fernverkehr, der Business Hub ins Spiel? Der Business Hub ist die Grundlage für die Entwicklung der Mobilitätsbudget-App. Daher ist auch DB Systel voll in das Projekt involviert und investiert in neue Services, die geeignet sind, den Business Hub weiterzuentwickeln und als Lösungsplattform zu etablieren. Denn das Mobilitätsbudget ist ein sehr gut geeignetes Anwendungsbeispiel für die Möglichkeiten der neuen Plattform. Man kann sich die Plattform in etwa wie einen Lego-Baukasten vorstellen. Darin sind sowohl Standardbauteile wie beispielsweise ein Service zum Abgleich der Adressdaten oder eine Anzeige von Points of Interest, aber auch spezielle Bauteile für einen ganz individuellen Zweck enthalten.

Alle benötigten Bausteine können nun nach Belieben neu arrangiert werden. Bei Lego ergeben einzelne Teile, ohne sich selbst zu verändern, mal ein Flugzeug, mal ein Haus. Beim Business Hub kann eine Anwendung entstehen, die Wetterdaten mit Zuginformationen kombiniert – oder eben wie beim Mobilitätsbudget den Mitarbeitern verschiedene Mobilitätsanbieter zur Verfügung stellt und ermöglicht, Fahrten bequem per App zu buchen und abzurechnen. Im Gemeinschaftsprojekt setzt die DB Systel dafür in zwei Teams eine Cross Plattform Application (Android und iOS) und alle von der App benötigten neuen Services auf dem Business Hub um. So entstand unter anderem auch der Service „Shared Mobility Information“. Dies ist ein Dienst, der alle relevanten Informationen, zum Beispiel die von Flinkster und Call a Bike, kombiniert und liefert.

Cornelia Rauh-Lessig, Projektleiterin Mobilitätsbudget, DB Fernverkehr
© DB Fernverkehr AG

Bei der Entwicklung neuer Services werden seitens der DB Systel alle Daten und Funktionalitäten möglichst hoch wiederverwendbar aufbereitet, um sie anderen interessierten Kunden unkompliziert zugänglich zu machen. DB Fernverkehr und DB Connect kümmern sich wiederum um die Außenwirkung, die steuerlichen Aspekte sowie um das Marketing und den Vertrieb. Außerdem stellt DB Connect die Schnittstellen zu Call a Bike und Flinkster zur Verfügung. „Wir stehen in dieser Dreierkonstellation bei diesem Projekt Schulter an Schulter und ergänzen uns gegenseitig, wo wir nur können“, so Geschäftsführerin Sylvia Lier (DB Connect) über die gemeinsame Zusammenarbeit mit Cornelia Rauh-Lessig (Projektleiterin Mobilitätsbudget bei DB Fernverkehr) und Christa Koenen (Geschäftsführerin DB Systel).

Beraten, zusammenführen und Neues ermöglichen

DB Systel versteht die Herausforderungen der Mobilitätsanbieter, berät diese bei der Ausgestaltung ihrer fachlichen Visionen und kann die durch den Business Hub aufgebauten Plattformfunktionen und Services effizient und effektiv einsetzen, um entsprechende Digitalisierungslösungen zu realisieren. Und auch das rund um den Business Hub aufgebaute Modell zur Beratung und Zusammenarbeit wird von Kunden und Partnern angenommen. „Der Business Hub ist eines der besten Dinge, die der Deutschen Bahn derzeit passieren konnten“, sagt Fabian Rothmann begeistert, Product Owner (PO) des Case Teams „Mobi“, das die Mobilitätsbudget-App entwickelt. Und begründet seine Aussage sofort: „Mit dem Business Hub können wir die Silos im Konzern öffnen, uns gegenseitig an unserem Spezialwissen teilhaben lassen und damit endlich die Potenziale unserer Schnittflächen nutzen.“ Derzeit sitzt jede Konzerntochter auf wertvollen Daten, intern gern „DB Nuggets“ genannt. Mit dem Business Hub soll sich dies nun ändern, passend zum selbst gewählten Motto von DB Systel: „Integrator und Enabler“, also Bestehendes zusammenführen und so Neues ermöglichen. Auch Fabian Rothmann weiß, dass so eine gravierende Veränderung nicht von heute auf morgen geschieht. Dennoch ist er zuversichtlich: „Ich hoffe persönlich sehr, dass das Potenzial des Hubs als riesige Chance für uns als Konzern wahrgenommen wird.“

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Mit dem Business Hub können wir die Silos im Konzern öffnen, uns gegenseitig an unserem Spezialwissen teilhaben lassen und damit endlich die Potenziale unserer Schnittflächen nutzen.

Fabian Rothmann, Product Owner (PO) des Case Teams „Mobi“ bei DB Systel

Und die Bandbreite der Möglichkeiten ist gewaltig. So können interne Daten wie Streckeninformationen, externe Infos zu Points of Interest, aber auch Tools für Payment-Dienste in Anwendungen integriert werden. Die Geschwindigkeit, die bei der agilen Entwicklung neuer Services und Geschäftsmodelle entsteht, ist extrem hoch. Der Grund: Der Business Hub bietet bereits eine technische Infrastruktur, die bei der Entwicklung neuer Projekte und Services genutzt werden kann – darunter zum Beispiel das automatische Ausrollen der Software oder eine Testing-Umgebung.

Sylvia Lier, Geschäftsführerin DB Connect
© DB Connect GmbH

Vor allem aber können bereits existierende Services aus dem angeschlossenen API-Portal auch in neuen Projekten angebunden werden. Dadurch lassen sich erhebliche Entwicklungskosten für alle folgenden Projekte sparen. Initiale Kosten am Projektstart sind durch die bestehende Umgebung geringer, und durch die Wiederverwendbarkeit von Services brauchen Teile der Business-Logik überhaupt nicht entwickelt, sondern einfach nur genutzt zu werden. Das Resultat: Der Auftrag für das Projekt wurde im März erteilt. Innerhalb von nicht einmal vier Monaten wurde ein Team aufgebaut, mehrere Services entwickelt und ein Prototyp für die Mobilitätsbudget-App entworfen. Ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie hoch die Entwicklungsgeschwindigkeit durch den Business Hub und die agile Entwicklungsmethodik ist. „Der Business Hub war für uns die bei Weitem beste Möglichkeit, die Mobilitätsbudget-App so schnell und in guter Qualität umzusetzen“, bestätigt auch Auftraggeberin Sylvia Lier und begründet weiter: „Wer, wenn nicht DB Connect, setzt auf Sharing-Lösungen? Wir profitieren alle von bereits vorhandenen Lösungen, die von vielen (weiter-)genutzt – also geshared – werden können. Das nenne ich effizient!“