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Einsatz von DB OpenStreetMap

Immer die besten Karten zur Hand

04/2018 – Sicher, schnell und ganz genau: Mit dem Service DB OpenStreetMap kann DB Systel Landkarten mit hoher Aktualität bereitstellen und in kundenspezifische Anwendungen integrieren.

Genaues Kartenmaterial ist nicht nur für die Navigation oder zum Finden von Reisezielen interessant. Bei der Deutschen Bahn werden in vielen Geschäftsbereichen täglich detaillierte Karten zur Visualisierung von Daten, Standorten, Strecken oder der Umgebung genutzt. Aus diesem Grund hat DB Systel vor zwei Jahren begonnen, einen OpenStreetMap-Kartendienst-Server aufzubauen. Ziel war es, einen eigenen Dienst zur Kartennutzung zu entwickeln und erproben, um ihn als geschäftsfeldübergreifenden Service für Verfahren anzubieten. Die Entscheidung für die Nutzung von OpenStreetMap (OSM) hat natürlich mit der korrekten Darstellung der örtlichen Gegebenheiten zu tun – aber das könnten andere Anbieter wie Google auch. Der Einsatz von Google Maps ist für Unternehmen allerdings mit hohen Lizenzkosten verbunden. Bei einem einzelnen Geschäftsbereich, der nur ab und zu Karten einsetzt, ist das sicher nur ein kleiner Betrag. Doch da im gesamten Konzern Karten eingesetzt werden, summiert sich das sehr schnell.

OpenStreetMap.org ist ein Open-Source-Projekt und stellt das Datenmaterial für die Generierung von Karten kostenlos zur Verfügung. Durch den Einsatz eines eigenen Servers stellt DB Systel darüber hinaus sicher, dass sich das Kartenmaterial zum Beispiel für Verfahren nutzen lässt, die nur im Intranet laufen und keinen Internetzugriff haben. Für einen Großkonzern wie die Bahn sind aber die rechtlichen Rahmenbedingungen mindestens genauso wichtig. Und hier hat der Service DB OpenStreetMap die besseren Karten. „Im Vergleich zu einem freien Server im Internet konnten wir das zu nutzende System rechtssicher aufbauen und mit einem eigenen Servicelevel versehen“, erklärt Oliver Wesp von DB OpenStreetMap.

Sicher, individuell und tagesaktuell

Im Konzern gibt es viele Verfahren, bei denen nur Schnittstellen eingesetzt werden dürfen, die einen dezidierten Sicherheitslevel anbieten. Und das lässt sich mit einem eigenen Server bewerkstelligen. So ist eine rechtssichere Nutzung der aktuellen Hintergrundkarten in bahn- und kundenspezifischer Visualisierung möglich – ohne sich dabei von einem Drittanbieter abhängig zu machen. Zudem lässt sich durch den Einsatz eigener Server das Kartenmaterial von OSM im Gegensatz zu den Karten von Google optisch anpassen: Überall dort, wo Karten nach außen hin dargestellt werden, sehen sie einheitlich aus.

© DB Systel

Wenn aus der Community bei OSM etwas neu erfasst wird, dann landet das unter Umständen tagesscharf auf unserem Server.

Oliver Wesp, Team DB OpenStreetMap, DB Systel GmbH

Auch bei der Qualität des Materials gibt es im Vergleich zu Google, aber auch zu amtlichen Datenquellen wie zum Beispiel vom Bundesamt für Kartographie Vorteile: „Wenn aus der Community bei OSM etwas neu erfasst wird, dann landet das unter Umständen tagesscharf auf unserem Server. Da arbeitet Google mit anderen Zyklen“, erklärt Oliver Wesp. Häufige Aktualisierung des Kartenmaterials von ländlichen Gegenden kann für die Bahn sehr wichtig sein, besonders wenn man an Bereiche wie Instandhaltung oder Fahrwegspflege denkt. Noch interessanter ist allerdings, dass sich ein Teil der Community mit „OpenRailWayMap“ darauf spezialisiert hat, Bahninfrastrukturen zu erfassen – inklusive Bahninformationen wie Streckennummern, erlaubten Geschwindigkeiten, erkannten Signalen und noch vielem mehr. Dabei handelt es sich um freie Daten, die in dieser Form einmalig sind. Für DB OpenStreetMap ist die Darstellung dieser OpenRailWayMap-Informationen eine Option für eine zukünftige Erweiterung des Serviceangebots.

Karten für jeden Zweck

DB OpenStreetMap ist ein Komplettservice mit verbrauchsgerechter Abrechnung (und kostenfreien Entwicklungs- und Testlizenzen) in garantiertem Servicelevel mit hoher Skalierbarkeit und Performanz durch Betrieb in der Cloud. Ein Angebot, das im Konzern bereits großen Anklang findet. DB Cargo setzt die Karten in seiner Business-Intelligence-Lösung ein, um Kennzahlen darauf darzustellen. Die DB Netz stellt mit dem Kartendienst Leistungen entlang von Trassen und in Stationen dar. Und DB Regio nutzt das Kartenmaterial, um den aktuellen Standort der Fahrzeuge anzuzeigen. „Die Herausforderung in unserem Bereich ist es, die aktuellen Ortungsdaten eines Fahrzeugs in Echtzeit auf der Karte entsprechend darzustellen. Das ist die Grundfunktionalität, die wir nutzen“, sagt Albert Steinwendner, bei DB Regio zuständig für das Architektur- und Anwendungsmanagement.

Mit DB OpenStreetMap ist das kein Problem: Jeder Zug, egal, ob S-Bahn oder Regionalverkehr, wird als entsprechendes Piktogramm dargestellt. Dadurch tummeln sich viele Fahrzeuge auf einer Karte. Die lassen sich in der Darstellung durch Filter ausdünnen, indem beispielsweise ein Teilnetz ausgewählt wird. Innerhalb der Karte ist es möglich, näher ranzuzoomen. Je näher der Nutzer an einen Zug zoomt, desto genauer wird das Fahrzeug mit seiner Zugnummer dargestellt. Ein Klick auf die Zugnummer zeigt dann ein Kontextmenü mit weiteren Informationen über diese Zugfahrt und das Fahrzeug an. „In erster Linie war unsere Entscheidung für DB OpenStreetMap zwar eine Kosten- und eine Lizenzfrage“, sagt Albert Steinwendner. „Aber Abstriche in der Qualität müssen wir deshalb nicht machen. Im Gegenteil: Das Layout der Karte ist perfekt.“

Das Kartenmaterial von DB OpenStreetMap stellt detaillierte Informationen und Besonderheiten des Streckennetzes dar.

© OpenStreetMap-Mitwirkende. Service by DB Systel

So ein Lob spornt auch das Team von Oliver Wesp an, DB OpenStreetMap noch besser zu machen. So wurde durch die Verknüpfung an interne Datenbanken bereits eine Namensuche integriert, und auch die Einbindung ausgewählter Orte oder sogar Sehenswürdigkeiten ist für einige Kunden interessant. Vorstellbar ist es auch, dass über eine API-Schnittstelle räumliche Fragestellungen auf den Karten erlaubt werden. So ließen sich nach Eingabe einer Koordinate beispielsweise alle Call-a-Bike-Stationen im Umkreis von 200 Metern oder die nächste Bushaltestelle anzeigen.

Ideen gibt es also genug. Ganz klar: Mit DB OpenStreetMap hat die Bahn die besten Karten für die Zukunft.