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Erfolgsmodell Cloud

Mit der DB Enterprise Cloud auf der Überholspur

Die Überführung der Bestandslandschaft bei DB Vertrieb in die Cloud ist weitgehend abgeschlossen. Mit dabei sind auch die Reiseauskunft der Deutschen Bahn und die Buchungsanwendung von bahn.de, die größten Verfahren von DB Vertrieb, die gleichzeitig auch eine der größten Reiseplattformen Europas bilden. Dank Umzug in die Cloud ist das System fit für die Zukunft. Der Weg dahin war nicht ganz einfach.

Bei der Deutschen Bahn führt die Digitalisierungsreise direkt in die Wolken: Im Rahmen des Umsetzungsprogramms ShapeIT bei DB Systel und dem konsequenten Cloud-first-Ansatz werden derzeit möglichst viele Anwendungen, Produkte und Services in die DB Enterprise Cloud migriert – und das in allen Teilen des Unternehmens.

Für einige Geschäftsbereiche ist die Migration ihrer Services in die Cloud eine besondere Herausforderung – wie zum Beispiel bei DB Vertrieb. Die Vorteile der Cloud sollten hier schnellstmöglich nutzbar sein, schließlich haben deren Verfahren eine direkte Auswirkung auf die Endkunden der Bahn, also zum Beispiel Reisende oder Tourismusagenturen. Mit einer hohen Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit tragen die Verfahren zudem zum Image der Bahn bei. Vor allem dann, wenn etwas schiefgeht, werden sie wahrgenommen. Vor diesem Hintergrund handelte es sich von Beginn an um eine Aufgabe, die besondere Aufmerksamkeit verlangte. Von vornherein war klar, dass schon allein der Umzug der Reiseauskunft und der Buchungsanwendung von bahn.de in die Cloud von allen Beteiligten einen großen Einsatz abverlangen würde. Dennoch musste DB Vertrieb – gerade mit Blick auf diese Verfahren – nicht groß überzeugt werden. Um die Überführung in die Cloud zu organisieren und die Zusammenarbeit zwischen DB Systel, DB Vertrieb und externen Partnern zu orchestrieren, wurde mit Cloud@DBVertrieb eine Projektorganisation aufgesetzt.

Die Besonderheit bei den Verfahren der DB Vertrieb war, dass wir hier nicht einzelne und teilweise unabhängige Verfahren haben, sondern ein vollständiges Ökosystem mit starken Abhängigkeiten auch in das klassische Rechenzentrum.

Dietmar Topp, Projektleiter Cloud@DB, DB Systel

Die Projektorganisation hat sich dieser Herausforderung ganz systematisch gestellt: Durch die Bündelung der im Konzernprogramm Cloud@DB aufgenommenen Cloud-Aktivitäten konnten bereits im Vorfeld besonders relevante Anwendungen für die Migration vorbereitet werden. Im nächsten Schritt galt es, das gesamte Ökosystem zu migrieren. Dieses System hat eine lange Historie – und es war anfangs nicht sicher, ob die zum Teil mehr als 15 bis 20 Jahre alten Anwendungen überhaupt in der Cloud betrieben werden können. „Die Besonderheit bei den Verfahren der DB Vertrieb war, dass wir hier nicht einzelne und teilweise unabhängige Verfahren haben, sondern ein vollständiges Ökosystem mit starken Abhängigkeiten auch in das klassische Rechenzentrum“, sagt Dietmar Topp, Projektleiter Cloud@DB.

Mammutprojekt mit Vorbildcharakter

Bei der Reiseauskunft und Buchungsanwendung von bahn.de lassen sich die Vorteile der Cloud besonders gut ausspielen: Ob Wetterphänomene oder Marketingaktionen – immer wieder sorgen bestimmte Situationen für extreme Lastschwankungen bei der Auskunft oder bei der Buchung von Tickets. Damit es nicht zu Ausfällen kommt, müssen ohne eine Cloud-Lösung Rechnerkapazitäten und Sicherheitslösungen mit erheblichen Redundanzen vorgehalten werden. Durch die Cloud-Infrastruktur stehen dagegen erweiterte Kapazitäten jederzeit und unmittelbar zur Verfügung. Bei der Reiseauskunft erfolgt dies sogar in Teilen dynamisch, da bei einem Lastanstieg mittels Cloud-Mechanismen automatisch benötigte Kapazitäten zugesteuert werden. Das führt zu einer besseren Wirtschaftlichkeit, schließlich werden nur die IT-Ressourcen bezahlt, die genutzt werden.
Neben den positiven wirtschaftlichen Effekten konnten im Zuge des Cloud-Gangs vielfach die Performance der Anwendungen verbessert und aktualisierte Sicherheitsanforderungen umgesetzt werden. Mehr noch: „Neben der Reiseauskunft und dem Buchungssystem von bahn.de – als größtem Verfahren von DB Vertrieb und gleichzeitig auch einer der größten Reiseplattformen Europas – haben auch andere Vorhaben unmittelbar vom Cloud-Gang profitiert“, sagt Dr. Helmut Kramer, Programmleiter für DB Vertrieb.

Wesentlicher Erfolgsfaktor, um diese Mammutaufgabe zu bewältigen, war vor allem die partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit in einer gemeinsamen Projektorganisation von DB Vertrieb und DB Systel.

Dr. Steffen Kunz, CIO-Bereich DB Vertrieb

Bereits im Juni 2019 wurde Cloud@DBVertrieb, nach circa 20 Monaten, erfolgreich beendet. Alle Kernverfahren der DB Vertrieb wurden inzwischen in die DB Enterprise Cloud migriert, die Hintergrundsysteme für alle Vertriebskanäle – vom Bedienterminal im Reisezentrum bis hin zum Automatenvertrieb – laufen bereits in der DB Enterprise Cloud. Lediglich ein Verfahren aus dem Bereich der Abrechnung sowie Restkomponenten befinden sich noch in der Überführung. „Wesentlicher Erfolgsfaktor, um diese Mammutaufgabe zu bewältigen, war vor allem die partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit in einer gemeinsamen Projektorganisation von DB Vertrieb und DB Systel“, sagt Dr. Steffen Kunz, CIO-Bereich DB Vertrieb.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit bei Cloud@DBVertrieb: Dr. Steffen Kunz, Robert Arnhold, Dietmar Topp, Dr. Helmut Kramer (v. l.)

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Zusätzlich zu dem hervorragenden Know-how in den Betriebs- und Entwicklungsmannschaften sieht Dietmar Topp einen weiteren Erfolgsfaktor für die Migration: „Für die unterschiedlichen Anwendungen wurden dedizierte Teilprojektleiter eingesetzt, die die Migration übergreifend für DB Vertrieb und DB Systel von Anfang bis Ende gesteuert haben.“ Ganz offenbar ein Erfolgsmodell – nicht nur für DB Vertrieb, sondern für den gesamten Konzern.